Ausstellung „Archäologische Schätze aus Usbekistan. Von Alexander dem Großen bis zum Reich der Kuschan“ in Berlin
Eine außergewöhnliche Ausstellung in Berlin:
Die groß angelegte Sonderausstellung in der James-Simon-Galerie und im Neuen Museum widmet sich den antiken Kulturen des heutigen Usbekistans und präsentiert zahlreiche herausragende Exponate erstmals außerhalb des Landes. Sie spannt einen Bogen vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis in das 4. Jahrhundert n. Chr. und zeigt, dass Zentralasien schon lange vor der Blüte der Seidenstraße ein bedeutendes Zentrum von Kultur, Macht und Austausch war.
Im Neuen Museum steht zunächst Alexander der Große und sein Feldzug nach Zentralasien im Mittelpunkt. Nach dem Sieg über das Perserreich der Achaimeniden unter Dareios III. eroberte Alexander große Teile Zentralasiens und schuf ein Reich, das unterschiedliche Kulturen miteinander verband. Zahlreiche Objekte veranschaulichen die Begegnung griechischer, persischer und zentralasiatischer Traditionen. Nach Alexanders frühem Tod entstanden unter seinen Nachfolgern die hellenistischen Reiche, darunter das Graeco-Baktrische Reich, das die Region wirtschaftlich und kulturell prägte. Archäologische Funde aus antiken Städten und Grenzbefestigungen im Süden Usbekistans – darunter Keramik, Waffen und Alltagsgegenstände – belegen den starken griechischen Einfluss in Zentralasien.
Der zweite Teil der Ausstellung in der James-Simon-Galerie widmet sich dem Reich der Kuschan, das ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. zu einer der bedeutendsten Mächte Zentralasiens aufstieg. Unter König Kanishka erreichte das Reich seine größte Ausdehnung und entwickelte eine beeindruckende Kunst- und Kulturlandschaft. Gezeigt werden Münzen mit Herrscher- und Götterdarstellungen, aristokratische Porträts sowie außergewöhnliche Beispiele früher buddhistischer Kunst. Besonders eindrucksvoll sind monumentale Skulpturen, Wandmalereien und Darstellungen buddhistischer Gottheiten und Mönche, die den kulturellen Austausch zwischen Indien, Zentralasien und der hellenistischen Welt sichtbar machen.
Ergänzt werden die Exponate durch bedeutende Funde aus Städten wie Dalvarzintepa und Chaltschajan. Dazu zählen kostbare Goldobjekte, Schmuck und Terrakottafiguren, die vom Reichtum und der künstlerischen Qualität der Region zeugen. Videos und digitale Rekonstruktionen archäologischer Stätten vermitteln zusätzlich einen anschaulichen Eindruck der historischen Kulturlandschaft Usbekistans und machen die Vielfalt dieser frühen Hochkulturen erlebbar.
Kuratorisches Team
Die Ausstellung „Archäologische Schätze aus Usbekistan. Von Alexander dem Großen bis zum Reich der Kuschan“ wird kuratiert von Manfred Nawroth, Oberkustos, sowie Anton Gass und Benjamin Wehry, wissenschaftliche Mitarbeiter am Museum für Vor- und Frühgeschichte, unter der Leitung des Direktors des Museums für Vor- und Frühgeschichte, Matthias Wemhoff.
https://www.smb.museum/ausstellungen/detail/archaeologische-schaetze-aus-usbekistan


